Praxisbausteine 2015

Praxisbausteine 2015, von Hanna

Wie hat eigentlich alles angefangen?

Auf dem Bundeshof natürlich! Und wo genau?
Hm, auf dem Klo …

Ja wirklich, da hing Werbung! Ich habe sie gesehen und war gleich hell begeistert! Eine Rüste für Sippenführer, Stammesführer und sonstige Interessierte. In den Osterferien auf dem Bundeshof. Die Rede ist von den Praxisbausteinen!
Ich bin begeistert und erzähle es meiner Schwester. Das nächste mal als ich die WCs verlasse finde ich meine E-Mail-Adresse auf der Liste für Interessierte wieder, typisch meine Schwester!
Wieder zu Hause kommt auch schon die erste E-Mail, zwei Wochen darauf sind wir beide angemeldet.

Aber was macht man da eigentlich?

Ich wusste nicht genau was mich erwartet, auch als wir uns im April auf den Weg machten und in dem alten VW-Bus von Heidenheim nach Birkenfelde fuhren, hatte ich keine genaue Vorstellung. Auf jeden Fall neue Leute kennen lernen, Freundschaften schließen und einiges dazu lernen, dachte ich.
„Herzlich Willkommen zu den Praxisbau- steinen 2015“ steht auf der Tür zum Ver- sammlungszimmer, ich höre Stimmen und Lachen. Der Raum ist gefüllt mit Pfadis, die es sich vor dem Ofen gemütlich gemacht haben. Alle begrüßen sich, doch die vielen fremden Gesichter und Namen kann ich mir nicht auf einmal merken. Man trifft das ein oder andere bekannte Gesicht, tauscht sich aus und vergisst den Alltag von zu Hause.

Am nächsten Morgen haben wir erst einmal ‚Open space‘, dass heißt in Gruppen machen wir einfach das, worauf wir im Moment Lust haben. Zu dritt ziehen wir los und beginnen einen Praxisbausteine-Film zu drehen. Andere Gruppen tauschen sich zum Beispiel über Kommunikation und Small talk aus. In den Gruppen lernt man sich richtig kennen und die Gesichter, die gestern noch fremd schienen sind beim Mittagessen schon wohlbekannt. Jeden Vormittag und Nachmittag können wir uns zwi- schen zwei Kursangeboten entscheiden und wer mal keine Lust hat kann es sich auch im ‚Steh Café‘ vor dem Ofen gemütlich machen. Von einem Theaterkurs über gewaltfreie Kommunikation, Erste Hilfe, bewusstes Durchsetzen, Mediation und einer Liederwerkstatt bietet sich ein breites Spektrum an Möglichkeiten. So plagt mich jeden Tag die Qual der Wahl welches Angebot ich annehmen soll…
Und zwischendrin?

Da versüßen wir uns die Zeit mit Singerunden, Ninja spielen und natürlich einer Schneeballschlacht. In Birkenfelde ist der Winter schließlich lang! Auch mit dem Lebensfragen-Spiel oder auf dem Spielplatz haben wir viel Spaß.

Der Abschlussabend rückt immer näher, doch in Gedanken schieben wir ihn weiter vor uns her und genießen die offene und gemeinschaftliche Stimmung. Wir machen einen Ausflug auf Burg Ludwigstein, wo wir an einer thematischen Archivführung zum ‚Pädagogischen Eros‘ teilnehmen.

Den Karfreitag beginnen wir mit einem Kreuzweg, zusammen ziehen wir den Berg hinauf, singen Taizé – Lieder und erfahren etwas über den Leidensweg Jesu. Oben angekommen gibt es Brot mit Salz und Butter, sowie einen wunderschönen Ausblick. So beginnt der letzte Tag und mit ihm kommt auch der letzte gemeinsame Abend. Am wärmenden Feuer im Innenhof fangen wir mit einer Singerunde an und gehen nach der Andacht in den Versammlungsraum. Mit Tschai, Nachtisch, Liedern und vielen Instrumenten feiern wir bis spät in die Nacht hinein.

Die Gespräche drehen sich um die letzte Woche und die Erlebnisse der letzten Tage. Die Gedanken schwanken zwischen der Vorfreude auf das Osterfest zu Hause und dem Abschied am nächsten Morgen. Ich genieße das Gefühl von Heimat, dass der Bundeshof immer mit sich bringt und verabschiede mich schließlich schweren Herzens von den neu gewonnen Freunden.

von Hanna